Weiteres Lebenszeichen aus Perth

Bilder gibt es wie gesagt erst, wenn ich den Traffic dafür übrig habe. Bis dahin muss man sich eben in Form eines mittelmäßigen Schulaufsatzes zu Gemüte führen, was ich hier so mache.

1) 29.10.2010

Für den geplanten Umzug in das Zimmer musste ich noch Bettzeugs besorgen: Kopfkissen, Bezug, dünne Decke, etc. Mein erster Versuch führte mich in die vom Hostel aus sehr schnell zu Fuß erreichbare City und dort in die beiden „Karstadt-Äquivalente“ Myers und David Jones. Was mich davon abgehalten hat, dort etwas zu kaufen, war nicht der Mangel an Angebot, sondern der Mangel an Einsicht, für die genannten Dinge Unmengen an Geld auszugeben.

Die Idee kam, als ich an mein Bett zuhause dachte: IKEA. Schnell im Internet geschaut und ja, es gibt natürlich einen IKEA in Perth und der ist praktischerweise auch noch direkt an einer Zughaltestelle der Zuglinie „1“, die mitten in der City als „Perth Underground“ anfängt.

Ein IKEA in Australien ist quasi eine 1:1 Kopie jedes beliebigen IKEAs in der Welt. Man hat sich gleich wie zuhause gefühlt. Highlight nach dem Einkauf: Der IKEA-Hotdog für 1 AU$ (ca. 70 Euro-Cent, zumindest als das hier geschrieben wurde).

Den Rest des Tages habe ich mit der Suche nach einem Fahrradgeschäft verbracht. In der City gibt es aber sowas nicht, auch der Hostel-Manager (sehr hilfsbereiter Kerl, hat mir auch schon Dinge eingescannt für Virgin Mobile) konnte mir nur aus dem Gedächtnis einen Laden nennen, der leider nicht mehr existierte.

In der Nähe der Uni ist aber definitiv ein Fahrradladen, da werde ich mich nach dem Umzug morgen mal umschauen. Die Gebraucht-Fahrrad-Situation ist, zumindest was Online-Inserate angeht, noch deutlich schlimmer als die Wohnungssituation. Man findet ansich nichts (passendes).

Während der Suche nach den Läden habe ich auch die ersten Bilder der City und der Gegend um das Hostel herum angefertigt.

Morgen steht der Umzug an, wohl mit dem Bus. Das wird sicher ein einmaliges Erlebnis.

Erstes Bild aus Perth

Ich habe zwar mittlerweile mit Virgin Mobile geklärt, dass ich in den nächsten 2 Arbeitstagen auch wirklich meine 4 GB Traffic bekomme, die mir aus meinem Mobile Broadband Pack zustehen, aber bis dahin muss ich mit noch verbleibenden 200 MB über die Runden kommen. Daher erstmal nur ein Bild von der Skyline von Perth. More to come!

Skyline of Perth

Erstes Lebenszeichen im Blog

So, da bin ich nun doch schon ein paar Tage unterwegs, und bisher gab es nur sporadisch kurze Meldungen über Twitter und ein paar kurze Chats. Da ich jetzt ein paar wichtige Dinge geklärt habe, kann ich mir guten Gewissens etwas Zeit nehmen um die vergangenen Tage aufzuarbeiten. Bilder gibt es hier erstmal noch keine, dafür war bisher einfach keine Zeit.

1) Reise nach Perth:

Los ging’s am Montag, 25.10.2010, um 15:25 am Flughafen Frankfurt mit dem Flug EK46 der Emirates Richtung Dubai. Was soll ich zu dem Flug großartig erzählen, jeder, der schon einmal mit Emirates geflogen ist, wird wissen, wie angenehm das ist. Eine freundliche und kundenorientierte Atmosphäre wie diese habe ich in noch keinem Flugzeug bisher erlebt. Keine nervigen Duty-Free-Verkaufsorgien oder was auch immer, es wird sich auf das Wohl des Fluggastes „beschränkt“.

In der Boeing 777-300ER gab es das moderne „ICE Widescreen“-System für jeden Sitzplatz, d.h. Außenkameras, Fluginfos, ein paar hundert Filme, ein paar hundert Serienfolgen, massig Musik und was auch sonst noch alles ohne extra Kosten. Da auch ein USB-Anschluss vorhanden ist, hätte man, sofern man es gewusst hätte, auch sein eigenes Programm mitbringen können. Die 6 Stunden Flug nach Dubai gingen dank der Unterhaltung (Ich habe mir „Prince of Persia: Sands of Time“ und „The lovely Bones“ angeschaut) und des hervorragenden Essens (Fisch mit Gemüße, dazu Vorspeise, Nachtisch, Snack) schnell vorbei. Ich saß ziemlich weit hinten, was allerdings dem Komfort zugute kam, da ich den  (geräumigen) Fensterplatz hatte und nur noch ein Sitz links neben mir war. Dieser war mit einem unproblematischen und ruhigen Mann besetzt, der höflich, aber sonst ziemlich ruhig war. Erwähnenswert ist noch die nette Sonnenuntergangssimulation im Flugzeug mit anschließendem (simuliertem) Sternenhimmel an der Kabinendecke.

Dank Rückenwind war die Ankunft in Dubai früher als geplant gegen 23 Uhr Ortszeit, also noch mehr als die geplanten 3 Stunden bis zum Weiterflug. Von Dubai habe ich nichts außer dem pompösen Emirates-Terminal gesehen, und die gefühlten 100 Millionen Leute darin, die scheinbar unglaubliche Massen in den Duty-Free-Shops einkauften. Wie auch immer, ich habe mich mit Fotos machen und einer heißen Schokolade vergnügt. Aus dem Flugzeug konnte man den neuen Wolkenkratzer begutachten… ziemlich beeindrucken, da er, solange man ihn im Blickfeld hatte, immer höher war als die Flughöhe des Flugzeuges.

Der Weiterflug nach Perth hat sich Dank ein paar ******* verzögert, da diese im Gegensatz zu ihrem Gepäck nicht ins Flugzeug sind und somit deren Gepäck wieder raussortiert werden musste. Da dann auch der Taxi-Way dicht war und kein Fahrzeug mehr da war, das das Flugzeug rückwärts ausparken kann, ging eine Stunde ins Land, bis wir gegen 4 Uhr morgens abheben konnten. Diesmal war es ein Airbus A340, etwas älter als die Boeing, auch mit der älteren Variante des ICE-Entertainmentsystems. Was mich nicht störte, da ich den ganzen Flug eigentlich nur zwischen Dösen und Essen hin und her wechselte. Frühstück gab es ziemlich bald nach dem Abflug, da sich die Essenszeiten an der Zeit des Zielortes zu orientieren scheinen. Zwischendurch noch einen Snack (warme gefüllte süße und deftige Teigtaschen) und danach noch ein Lunch (diesmal das Chicken für mich). Die Speisekarte fiel also auf dem Flug (ja, man bekommt beim Start eine Speisekarte in Englisch und Arabisch…) etwas umfangreicher aus als auf dem ersten.

2) Ankunft in Perth

Nach einem ruhigen Flug mit ebenfalls viel Rückenwind (knapp 200 km/h, die ground speed war eigentlich die meiste Zeit über 1000 km/h) kam das Flugzeug nur noch eine halbe Stunde zu spät gegen 6pm in Perth an. Die Sonne war gerade am Untergehen, und als ich den Flughafen nach Passkontrolle, Einwanderungsformalitäten, Gepäckaufnahme und Zoll/Quarantäne (ein süßer Hush Puppie durfte mich und mein Gepäck abschnüffeln; meine TicTac durfte ich mitnehmen) das Flughafengebäude verlassen habe, war es schon komplett dunkel.

Das Perth International Terminal ist nicht besonders groß, und da gleichzeitig noch die australischen Goldmedailliengewinner in, äh, muss ich nochmal nachschauen, ankamen, war dank Kamerateams etc. die Hölle los. Der Shuttlebus wartete jedoch schon vor dem Terminal und ich durfte das erste Mal australische Dollar ausgeben. 18 um genau zu sein. Dafür wird man auch direkt zu seiner jeweiligen Unterkunft gebracht, und außer einem Taxi gibt’s auch keine Alternative, da die öffentlichen Verkehrsmittell das International Terminal nicht anfahren.

Da mein Hostel, das „Emperors Crown“, als letztes angefahren wurde, war ich also noch etwas unterwegs. Gegen 8pm durfte ich mir dann meinen Zimmerschlüssel abholen und mein Bett im 4er-Zimmer beziehen, das aktuell noch von 2 anderen Leute bewohnt wird (ein pensionierter Lehrer aus Südengland und ein junger Franzose aus La Rochelle).

Da mir nach den ungefähr 17 Stunden Sitzerei im Flugzeug nach etwas Füße vertreten war, bin ich direkt noch zu einem Spaziergang in die Innenstadt aufgebrochen. Da das Hostel ziemlich günstig liegt, ist man zu Fuß in ca. 5 Minuten in der City.

Und mit dem ersten Schritt aus dem Hostel heraus weiß man, dass man nicht mehr in Deutschland ist. Abgesehen von den bekannten Dingen (Linksverkehr, Englisch, etc.) bemerkt man ununterbrochen interessante Details, z.B. die durchdachten Fußgängerampeln (machen Geräusche, damit man weiß, wann man Laufen kann; zeigen an, ab wann man nicht mehr loslaufen darf). Was einem allerdings in der Stadtmitte auch direkt auffällt, wenn man da unter der Woche abends herumläuft: man ist quasi alleine. Von den knapp 1.5 Millionen Einwohnern Perths habe ich da nicht besonders viel gesehen. Die einzigen, die da noch auf den Staßen herumlaufen, sind Paare, Asiaten und wohl die Europäer. Was zu einem gewissen Teil auch verständlich ist, da auch keinerlei Geschäfte mehr geöffnet haben (die machen unter der Woche wohl meist gegen 5:30pm zu). Nach einem doch eher ausführlichen Spaziergang in und am Wasser um die City herum gab es noch einen kleinen Snack im McDonalds (günstiger als in Dtld., wohl dank Eurokurs?). Zurück im Hostel begann eine ereignislose Nacht. Woher ich das weiß? Ich habe sie komplett miterlebt. Jetlag sei Dank hatte mein Körper noch lustige Vorstellungen von der aktuellen Uhrzeit und weigerte sich, einzuschlafen…

3) 27.10.2010, Erster Tag in Perth

Nach Dusche und dringend notwendigem Kaffee ging es wieder in die City, um direkt zum am Vorabend ausgekundschafteten Telstra-Store zu gehen, um das Handy mit Internet und Telefoniemöglichkeiten zu versehen. Gesagt, getan. Mobiles Internet ist ja so praktisch, vor allem wenn man sich in einer fremden Stadt mit enormem ÖPNV-Netz befindet. So weiß man immer, wo man ist, und wie man woanders hinkommt. Hier funktioniert glücklicherweise auch die Google-Maps-ÖPNV-Planung inklusive Fahrzeiten, ansonsten würde man hier bei mehreren hundert Buslinien den Überblick verlieren. In der Stadtmitte ist das Benutzen der Busse kostenlos, es gibt auch 3 Ringlinien, die nur in der Stadtmitte ihre Runden drehen. Sobald man aus der Stadtmitte raus will, ist man ab 2.50$ dabei. Wenn wir schon bei den Bussen sind: Meine erste Fahrt ging direkt zur Uni, um sich mal meine Wirkensstätte der nächsten 6 Monate anzuschauen und um den Papierkram vorher zu erledigen. Tickets gibt’s im Bus, vornehmlich mit direkt passendem Kleingeld. Was es im Bus allerdings nicht gibt, und was die ganze Sache etwas gemein für Fremde macht, ist jegliche Art der Stationsansage. Wenn man den Überblick verloren hat, wo man ist, sollte man zwischendurch aussteigen… Was kein Problem ist, da an den Strecken entlang gefühlt alle 500m eine Haltestelle ist. Bzw. eine Serie von Haltestellen, immer so 5 Linien pro Haltepunkt. Dem Busfahrer wird beim Verlassen des Busses von den meisten Fahrgästen für die Fahrt gedankt.

Angekommen auf dem Campus war ich überwältigt davon, wie schön so ein Campus denn sein kann. Bilder folgen ;) Erwähnenswert ist jedoch schon Mal die Ansammlung von Tieren, die auf dem Campus leben, unter anderem 2 oder 3 Pfaue. So genau weiß das wohl niemand, ist aber sehr lustig anzuschauen, und man fühlt sich unweigerlich wie im Zoo.

Das OBEL hatte ich dank der UWA-Map-iPhone-App schnell gefunden, erste Vorstellungsrunden mit der Belegschaft und eine kurze Führung durch das Gebäude gab es direkt. Und im Anschluss eine Tour quer über den Campus zu verschiedenen Stellen für den Ausweis (ich bin offiziell „Visitor“ bei der UWA) und solche Dinge. Die Sekretärin des Instituts ist sehr nett und hilfsbereit, wie eigentlich alle Australier, die ich bisher so getroffen habe. Sie hat mir auch noch direkt diverse Wohnungsangebote aus der Uni-eigenen Trading-Mailing-Liste ausgedruckt, was sich als sehr praktisch erwiesen hat.

Zurück im Hostel habe ich aktiv mit der Wohnungssuche angefangen: Gumtree durchsuchen, Leute anrufen, SMS schreiben, eMail schreiben, solche Dinge eben. Von einer der Angebote, die mir die Sekretärin ausgedruckt hatte, gab es auch direkt eine Reaktion, die dann in einem Besichtigungstermin am nächsten Morgen endete.

4) 28.10.10

Eben mit dieser Besichtigung fing mein Tag heute dann auch an, früh um 8am, da ich immerhin eine halbe Stunde mit dem Bus, zu dem ich erst laufen musste, unterwegs gewesen bin. Das Zimmer, das ich mir angeschaut und auch zugesagt habe, ist im einen Haus, das auch noch von 3 anderen bewohnt wird. Das Haus liegt in einer ruhigen und eher gehobeneren Wohngegend (Dalkeith) in der Nähe der Uni und ist quasi umgeben von Wasser (Swan River). Die Bushaltestelle ist direkt vorm Haus, allerdings werde ich mir demnächst ein Fahrrad anschaffen, da man so einfach schneller und individueller vom Fleck kommt. Am Samstag werde ich, nachdem ich noch ein paar Dinge besorgt habe, vom Hostel ins Zimmer umziehen dürfen.

Der bisher einzig offenbare Nachteil an diesem Zimmer bzw. am ganzen Haus ist, dass alle am 12.02.2011 ausziehen müssen, da die Besitzer des Hauses wieder selbst einziehen werden. Aber bis dahin ist genug Zeit, um sich eine Alternative für bis Ende April zu suchen.

Den bisherigen Rest des Tages habe ich mit Kaffee trinken und im Virgin Mobile Store verbracht, um mir einen UMTS-Stick für mein Notebook zu besorgen. Was sich als wegen seltsamen Problemen seitens Virgin Mobile als zeitaufwendig erwiesen hat. Aber es tut mittlerweile und wenn ich jetzt noch meine 4 GB Frei-Traffic bekomme, bin ich auch glücklich damit.

5) Ausblick

Morgen werden die Dinge besorgt, die ich noch fürs neue Zimmer brauche (hauptsächlich mal ein Kissen) und es wird aktiv nach einem Fahrrad gesucht. Außerdem muss ich mich noch mit den hiesigen Verkehrsregeln vertraut machen, bevor ich mich auf dem Rad ins Getümmel stürze. Und ja nicht die Fahrrad-Helm-Pflicht vergessen.

6) Wetter

Wer sich fürs Wetter interessiert: Bisher eher um die 23°C, heute ziemlich regnerisch mit viel Nieselregen und Wind. Auch hat es die vergangene Nacht hindurch ununterbrochen geregnet. Für die nächste Woche ist allerdings kein Regen mehr in Sicht und auch die Temperaturen werden immer weiter steigen.