Eine Woche im kalten Süden…

Eine Woche im kalten Süden ist leider vorbei (03.01.2011 bis 09.01.2011). So hat man mal etwas anderes als Perth gesehen.

Der Plan war, den Süden von Western Australia zu bereisen, und zwar entgegen dem Uhrzeigersinn. So hat man eine Woche lang nur kurze Strecke zu fahren und kann sich dabei ans Fahren auf der falschen Straßenseite gewöhnen, und nur die Reise zurück nach Perth am Ende ist eine lange, öde 450km-Tour.

Los ging es prinzipbedingt in Perth. Hertz hatte einen Ford Falcon XR6 für mich auf Lager, ein typisch australisches, umweltbewusstes Auto mit 4 L Hubraum, 195 kW (265 PS) und 6-Gang-Automatik. Immerhin habe ich den Verbrauch auf knapp unter 8 Liter/100 km gedrückt. Während der ersten Meter habe ich außerdem des öfteren mit den Scheibenwischern geblinkt, aber das gab dann auch ziemlich bald.

Montag, 03.01.2011

(Fotos)

Nach der schlimmsten Nacht, die ich bisher in Perth erlebt habe (nicht kälter als 27 Grad, unglaubliche Luftfeuchte) ging es los Richtung Bunbury. In Bunbury gibt es nicht wirklich etwas zu sehen, aber wir nutzten den Zwischenstopp für ein kleines Lunch. Danach ging es nach Busselton, wo das Busselton Jetty die Hauptattraktion zu sein scheint.

Leider wird das Jetty gerade repariert und war daher nicht begehbar, auch das Unterwasserbeobachtungsdings am Ende des Jettys war daher nicht besuchbar. Die Arbeiten am Jetty werden wahrscheinlich in wenigen Monaten abgeschlossen, wir waren einfach ein bisschen zu früh da. Immerhin gab’s ein leckeres Eis.

Weiter ging’s zum Cape Naturaliste, quasi dem Nordzipfel des Süd-Westens. Dort kann man einen ziemlich kleinen Leuchtturm besichtigen und an der „Bunker Bay“ Halt machen. Von dort aus sind wird nach Margaret River aufgebrochen und haben nach einer netten Fahrt über die Caves Road vorbei an unzähligen Weingütern unser Hostel (Innetown Backpackers) erreicht, in dem wir die nächsten 3 Nächte übernachtet haben.

Zum Dinner gab es eine unglaublich große und reichlich belegte Pizza von Margie’s Pizza, unbedingt zu empfehlen, wenn man in Margaret River ist.

Dienstag, 04.01.2011

(Fotos)

Für den Dienstag war, auch wegen des Wetterberichts für den nächsten Tag, geplant, die West-Küste zu erkunden. Los ging es in Augusta und dem Cape Leeuwin, an dem der Indische Ozean und der Südliche Ozean aufeinandertreffen. Außerdem gibt es dort auch wieder einen Leuchtturm zu besichtigen.

Die Küste haben wir von Süden nach Norden befahren und sofern die Straße für uns befahrbar war (mit einem Mietwagen ist man da etwas eingeschränkt) Abstecher zu den Stränden und Buchten gemacht. Es war ziemlich warm an dem Tag und so gönnte man sich ab und an eine Abkühlung im Meer.

Geendet hat der Tag mit einem Sonnenuntergang in Prevelly und einem Dinner in der Settlers Tavern in Margaret River.

Mittwoch, 05.01.2011

(Fotos)

Leider hatte der Wetterbericht Recht behalten: Regen ununterbrochen von morgens bis abends. Ein sehr unübliches Wetter für Westaustralien. Dies ist auch der Grund, warum meine Bildergalerie für diesen Tag nicht besonders umfangreich ist, da die Kamera einfach nicht wasserdicht ist. Daher gibt’s nur 2 Bilder vom Hostel.

In der Margaret River Region kann man immerhin auch an einem Regentag etwas unternehmen. Zuerst haben wir die Calgardup Cave besichtigt, mit Taschenlampe und Helm, da es außer einem Pfad und Treppen in der Höhle keine weiteren Installationen in der Höhle gibt. Stattdessen sieht man unglaublich viele Tropfsteingebilde und am Ende der Höhle kann man mal seine Taschenlampen ausschalten und die absolute Dunkelheit genießen, und die Stille, die nur manchmal durch ein paar Wassertropfen unterbrochen wird.

Danach ging es zu ein paar Weingütern zur Weinprobe. Überall sah man Leute ohne jegliche Regenbekleidung (mich eingeschlossen) von Parkplätzen zu Gebäuden rennen, um nicht komplett pitschnass zu werden. Man gewöhnt sich daran und irgendwie ist hier auch jeder froh um jeden Tropfen regen, beschweren wird sich wohl keiner.

Nachdem ein paar Weingüter besucht und einige Weine getestet waren (wie man das auch immer beurteilen will als Weintrinker und nicht als Weinkenner), wurde noch die „Candy Cow“ in Cowaramup und die „Margaret River Chocolate Factory“ besucht. Des Wetters wegen natürlich arg überlaufen, aber was solls.

Dinner gab es in einem Restaurant direkt neben unserem Hostel, da es immer noch regnete. Es ist aber in Michaels Reiseführer empfohlen und wir wurden nicht enttäuscht, das „Wino’s“ in Margaret River ist wirklich gut. Wenn auch nicht ganz so preiswert wie man es gerne hätte, aber was ist das in Western Australia schon…

Donnerstag, 06.01.2011

(Fotos)

Nach der letzten Nacht in Margaret River ging  es weiter nach Pemberton, wo wir eine Nacht blieben. Unterwegs hielten wir irgendwo im nirgendwo an, um ein kleines Lunch zu verzehren, und auch bei den Beedelup Falls.

In Pemberton selbst gibt’s hauptsächlich Wald mit den unglaublich großen Karri-Bäumen. Man sieht die Größe eigentlich nur gut auf den Bildern, auf denen auch Menschen als Vergleich sind. Die Dinger sind einfach unglaublich hoch!

Einen dieser Bäume, der früher als Feuerausguck verwendet wurde, kann man hochklettern. Es sind in ca. 30cm Abstand Stahlstäbe in den Baum gerammt worden. Bei dieser Aktion habe ich mich dann zumindest innerlich vollständig vom „Health & Safety Country Australia“ verabschiedet. 61 Meter hoch klettern an Stahlstäben, meine Güte. Jedoch wurde man mit einem netten Ausblick über die Wipfel der anderen, etwas kleineren Bäume belohnt.

Nach dieser Tortur wurde der „Big Brook Dam“ besichtigt, der so groß garnicht ist, wie der Name vermuten lässt. Im Vergleich zu den Dämmen, die ich aus dem Schwarzwald gewohnt bin, ist das Teil ein Witz. Immerhin ist der Stausee deshalb auch nicht besonders groß und man kann ihn locker umwandern. Am Stausee gibt es auch einen kleinen Sandstrand. Und eine Menge Warnschilder (genau eins…), dass man sich „amoebic meningitis“ einfangen kann, wenn man in dem See schwimmt, was nun wirklich kein Spaß ist (fatality rate ~97%). Speziell die deutschen Urlauber dort hat das aber offensichtlich nicht interessiert, während sie fröhlich im See badeten. Oder sie haben das Schild nicht verstanden.

Die Unterkunft in Pemberton war das örtliche Youth Hostel, was zu unserer positiven Überraschung eine kleine Lodge mit ein paar wenigen Zimmern und dem Aufbau eines normalen Hauses war, d.h. mit normaler Küche und Bad und Wohnzimmer und so weiter. Kann man nur weiterempfehlen!

Dinner war im Mangel an Alternativen ein chinesisches Restaurant. In Pemberton gibt es sonst nicht so viel. Das Essen war aber gut und reichhaltig, und die große Portion Reis wirklich groß.

Freitag, 07.01.2011

(Fotos)

Auf dem Plan stand heute der bekannte Tree Top Walk in der Nähe von Walpole. Dieser war auch unser erstes Ziel des Tages. Man kann auf einer eher an eine Hängebrücke erinnernden Stahlkonstruktion bis zu 40m hoch durch die Baumkronen laufen. Auf den Bildern ist das meist wegen mangelnder Größenvergleiche nicht so einfach zu erkennen. Neben dem Tree Top Walk gibt es noch einen kleinen Pfad, der an Karri Bäumen mit interessanten Stämmen vorbeiführt.

Nach einem Schnakenverseuchten Lunch an einem Strand in Walpole ging es weiter Richtung Denmark, einem kleinen Ferienort mit Bergen. Wir versuchten unterwegs, einen der Berge zu befahren, aber nach 17km wechselte die Straße von geteert zu ungeteert, was für uns die Umkehr bedeutete. Außerdem gab es am Meer die „Elephant Rocks“ zu sehen, die Elefanten ähneln (sollen). In Denmark selbst fanden wir allerdings einen Aussichtspunkt auf einem Berg, der zu erreichen war. Sogar mit Kuh und Weide und viel Grün, was durchaus heimische Gefühle aufkommen lies.

Auch wenn es schon reichlich spät war für australische Verhältnisse (fast 5 Uhr mittags!), fanden wir noch ein leckeres Eis in Denmark. Danach ging es weiter nach Albany, über den „Tourist Scenic Drive“ mit toller Baustelle unterwegs. Das interessante an den Baustellen ist, dass es keine Ampeln gibt, aber immer 2 Leute, die ein Schild halten, ob man fahren darf oder nicht.

In Albany angekommen und im Hostel eingecheckt hab es ein nettes italienisches Dinner.

Samstag, 08.01.2011

(Fotos)

Der erste Tagesordnungspunkt war die „Albany Whale World“, eine ehemalige Walfangstation, die als letzte in Australien Ende der 70er zugemacht hat. Man erfährt, glaube ich, deutlich mehr, als man über Walfang wissen muss. Ansich ist es eine unglaublich simple Sache, vor allem weil die Buckelwale sich ziemlich einfach fangen ließen. Das Interessanteste war die krude Technik, die Walfangstation war aus den Resten eines Bergwerkes und einer Destille aufgebaut und alles, auch die Schiffe, funktionierten dampfgetrieben.

Danach ging es zu den anderen bekannten Touri-Zielen um Albany herum, die praktischerweise alle entlang der gleichen Straße liegen: die Rocky Hills, die Blowholes (etwas enttäuschend, es passierte nichts, während wir da waren), „The Gap“ und die „Natural Bridge“. Prinzipiell alles Felsformationen, die erstaunlich ansehnlich sind.

Zuletzt ging es zur „Albany Windfarm“, einer Ansammlung von Windkraftwerken. Deutsche Windkraftwerke, wohlgemerkt. Die Landschaft drumherum ist aber wirklich sehenswert, und auch die Art und Weise, wie die Australier ihre Windkraftwerke gutheißen, für mich ungewohnt. Man muss aber dazusagen, dass die auch mehr oder weniger in der Wildnis stehen, und niemanden stören.

Zum Dinner gab’s einen Burger, australientypisch mit Roter Beete belegt.

Sonntag, 09.01.2011

(Fotos)

Der letzte Ausflug ging zur „Two Peoples Bay“ und dem traumhaften „Little Beach“ östlich von Albany. Viel zu sagen gibt es da eigentlich nicht, die Bilder sprechen für sich.

Gegen 13 Uhr traten wir die Heimreise an, 450km auf einer nahezu vollständig einspurigen Straße. Bei 38° Außentemperatur. Immerhin mit Tempomat. Und machmal gab es eine kleine Siedlung oder eine Tankstelle unterwegs, sonst nichts.

Und das war die Woche. Auch wenn ich nur einen Bruchteil hier niedergeschrieben habe…