Die Zeit schreitet unaufhaltsam voran

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others‘ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.

Steve Jobs, Stanford University commencement address (12 June 2005)

Quelle: https://en.wikiquote.org/wiki/Time#J

Betreffend Kapitalvernichtung durch Kettenemails mit Powerpointanhängen

In alten eMails zu Wühlen ist eine durchaus unterhaltsame Tätigkeit, vor allem, wenn man dabei auf solche Dinge wie die nun folgende Reaktion meinerseits anno 2008 auf eine Kettenemail mit nutzlosen Powerpointanhang stößt. Die mit der Reaktion bedachte Person hat mir auch seitdem keine weiteren eMails dieser Art mehr zukommen lassen. Man kann also 3 Jahre später sagen, dass das ROI durchaus akzeptabel ist. Aber lest selbst…

Guten Tag Xxxx Xxx,

entgegen landläufiger Meinungen bezüglich des nichts Kosten von Zeit stimmt dies nicht so ganz. Da wir in einer kapitalistischen Gesellschaft leben, ist der Spruch "Zeit = Geld" durchaus das Gesetz, nach dem sich jederlei Aktivität zu richten hat.

Nehmen wir als Beispiel mal einen durchschnittlichen Hungerlohnverdiener, der 10 Euro pro Stunde netto verdient. Wenn sich dieser Mensch eine geschätze halbe Stunde mit dieser Power Point Präsentation auseinandersetzt (5 Minuten zum Öffnen, dann 25 Minuten, um die 100 Folien durchzuklicken und zu lesen, 5 Minuten, um Power Point wieder zu beenden), entsteht ihm ein theoretischer Schaden von 5 Euro für eine Tätigkeit, die er im Nachhinein bereut.

Es ist zu erwarten, dass nun der noch ungläubige Mensch einwirft, dass der durchschnittlicher Hungerlohnverdiener in dieser halben Stunde ja eh nicht gearbeitet hat (sofern er diese Power Point Präsentation brav zu Hause angeschaut hat...) und ihm damit auch kein Kapital verlorengegangen ist. Dies ist auch richtig, wenn man nur den Trivialfall "Gegenwart" betrachtet.

Unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen (was zum gesunden Menschenverstand gehören sollte) sieht man eine Lawine von
Konstellationen, die dem armen Hungerlohnverdiener dann doch noch von seinem ohnehin knappen Vermögen noch ein weiteres Stückchen entreißen. Man kann sich zum Beispiel folgende Situation vorstellen: In der halben Stunde, die der arme Hungerlohnverdiener für die Power Point Präsentation geopfert hat, lief im Fernsehen eine Informationssendung über die artgerechte Zucht von Kaninchen und eine Prognose über den Aufwärtstrend in der Kaninchenzucht. Zufälligerweise verdient unser Beispielsmensch seinen Hungerlohn bei einem Zulieferer für Kleintierzuchtbedarf, genauer in der Abteilung, die ein umweltfreundliches Kleintiermiststreu herstellt. Sein Job besteht darin, jeden Tag mit einer Schaufel Rohspäne in eine laute Maschine zu füllen. Manchmal darf er auch mit einem Besen die Späne, die er danebengeworfen hat, zusammenkehren. Hätte er etwas über den in der TV Sendung veröffentlichen Trend gewusst, hätte er dies seinem Chef mitteilen können und er wäre früher oder später zum Vorarbeiter der Rohspäneeinfüllung geworden. Wie sich das auf sein Vermögen auswirkt, muss man hier ja nicht weiter darlegen.

Dieses Beispiel zeichnet sich vor allem durch seinen konkreten Realitätsbezug und durch die Anwendbarkeit des selben in vielerlei Bereichen aus.

Offensichtlich ist natürlich, dass die Vergangenheit für den Hungerlohnverdiener nicht direkt eine Rolle spielt, außer sein derzeitiges Hab und Gut fußt hauptsächlich auf geliehenem Geld. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, und zwar die von den Leute, die sich an der Dummheit anderer dumm und dämlich verdienen (was wirtschaftlich gesehen gar keine dumme Sache ist, weil sich dann an denen, die sich dumm und dämlich verdienen, wieder andere dumm und dämlich verdienen können).

Um zum Thema zurückzukommen: Kapitalistisch gesehen ist Zeitverschwendung, die der Erhohlung dient, in gewissem Maße durchaus ein Mittel zur Gewinnmaximierung. Wenn diese Zeitverschwendung aber nicht zur Erhohlung, sonder zur Steigerung der Unzufriedenheit eines Individuums führt, entsteht dem gesamten Volk ein Schaden, der sich, umgelegt auf künftige Entwicklungen, fatal auswirkt.

Am Rande und Ende sei hier noch erwähnt, dass Wünsche ebenso kaptitalistische Wurzeln haben und deren Erfüllung in 100% der vorstellbaren Fälle eine kapitalistische Komponente erhält. Auch hierfür gibt es Beispiele, jedoch führte dies hier zu weit.

Ich bitte in Zukunft um die Beachtung der darniedergelegten Gedankengänge und verbleibe mit äußerst freundlichen Grüßen
Maik Fox
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Diese eMail hat ungefähr 1760 CHF gekostet (ca. 1240 EUR). Dabei sind der Verschleiß und die Wartung der in Anspruch genommenen Geräte (Informationstechnologie) nicht einkalkuliert.
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Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratmitglied
Kapital AG
Zürich, Schweiz


-----Original Message-----
From: xxxxx xxx [mailto:xxxxxxxxxx@web.de]
Sent: Dienstag, 15. Januar 2008 00:08
To: (list of unlucky receipients)
Subject: <n/a>

[Kettenemailinhalt mit Powerpointanhang, Thema: Wünsche, die in Erfüllung gehen??]

Heute: Englische Tücken – „false friends“

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Wer wurde nicht in der Schule mit den sog. „false friends“ gequält; Vokabeln, die zu leicht zu lernen schienen, es aber wirklich nicht waren. Warum? Falsche Freunde lassen sich auf den ersten Blick leicht übersetzen, aber bei genauerem Hinsehen wird doch so mancher Fallstrick offenbar!

Hier ein paar meiner Lieblinge:

  • alle Tage -> every day (nicht: all day)
  • dicke Freunde sein -> to be close friends (nicht: to be thick (dumm/blöde) friends)
  • Paste -> compound (nicht: paste (im Sinne von copy&paste / einfügen))
  • Lyrik -> poetry (nicht: lyrics (Liedtext))

Quelle: hier und hier.